Unsere Geschichte

Seit Januar 2015 bietet unsere gemeinnützige Organisation „Vielfältiges Menschenbild“ soziale Dienstleistungen im Bereich ambulanter Hilfen für behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Die gesetzliche Grundlage ist im neunten Sozialgesetzbuch (SBG IX) §123 festgelegt. Die VMB gUG ist anerkannter Träger sowohl für den Leistungstyp „Betreutes Einzelwohnen für Menschen mit geistiger, körperlicher und/ oder mehrfacher Behinderung“, Hilfe zu Erziehung gemäß §27 i.V.m. §30, 31, 35 im SGB VIII und bietet zusätzlich Inklusion und Flüchtlingshilfe an.

Zu unserer Geschichte

Die Überlegung, einen eigenen Träger zu gründen, geht etwa auf die Jahre 2013/2014 zurück. Ich hatte gemerkt, dass es in Berlin einen Bedarf weiterhin für die Unterstützung beeinträchtigter erwachsener Menschen gab, der über das damalige hiesige Angebot hinausging.   Auf Grund meiner langjährigen Erfahrung im Bereich der ambulanten Hilfen und der Arbeit mit Menschen mit Behinderung wuchs in mir immer stärker der Wunsch, selbst einen Träger ins Leben zu rufen. Zu dem Zeitpunkt arbeitete ich bei einem anderen Träger (der keine Eingliederungshilfe für Erwachsenen Menschen in seinem Leistungsangebot hatte) und habe dort meine Absichten und Pläne mit einigen Kolleg*innen diskutiert. So kam es, nach vielen Gesprächen und Überlegungen, schließlich zu dem Entschluss, gemeinsam mit einem Freund und einer Kollegin  einen Träger für die Betreuung und Unterstützung von geistig und körperlich beeinträchtigten Erwachsenen Menschen zu gründen. Zu Beginn wollten wir uns auf die Arbeit für Erwachsenen Menschen mit Behinderung konzentrieren. Auf einen Namen konnten wir uns schnell einigen: ‘Vielfältiges Menschenbild’ drückte aus, worauf es uns ankam: jeden Menschen in seiner Vielfalt und Unterschiedlichkeit als gleich berechtigt und gleich wertvoll zu sehen und zu akzeptieren.  Gegründet wurde der Träger ‘VMB’ dann offiziell im Jahr 2015, Anfang 2016 haben wir unser erstes Büro in der Koburgerstr. 27 in Schöneberg eröffnet. Im Sommer haben wir unsere erste Feier als „Tag der offenen Tür“ veranstaltet und damit unsere Arbeit auch nach außen und in eine größere Öffentlichkeit getragen.

Die gute und erfolgreiche Arbeit, die unser Träger VMB seitdem leistet, wurde von zahlreichem Politiker*innen, Persönlichkeiten, Künstler*innen, Institutionen und Ämtern anerkannt und bestätigt. Viele Interessierte, sogar einige Bundestagsabgeordnete haben unsere Einrichtung besucht und nahmen die Gelegenheit wahr, unsere Klient*innen kennenzulernen; indem sie mit ihnen spielten, bastelten, kochten und tanzten, konnten sie die Erlebniswelt von behinderten Menschen etwas näher erfahren. Im Oktober 2017 wurden wir von der ‘Eberhard- Schulz- Stiftung’ mit dem Sonderpreis für unsere Leistung geehrt.

Unsere Gruppenangebote (Tanz, Musik, Kreativ, Theater, Kochen+Speisen, Elektriker, Selbsthilfe Gruppe für Frauen und junge geflüchtete Menschen bilden ein Herzstück unserer Arbeit und werden z.T. auch von anderen Institutionen unterstützt.

Unsere Einrichtung, unsere Arbeit und unsere verschiedenen Tätigkeiten haben wir  in einer Broschüre dokumentiert, in der  auch viele lobende und wohlmeinende Grußworte von Personen des öffentlichen Lebens erscheinen ( Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung  Frau Christine Braunert-Rümenapf, sowie Politikern*in Frau Fatos Topac die Grünen, Frau Mathild Rawert (MdA -SPD) und von Herrn Haken Tas die Linke), Azize Tank (MdA- die Linke) sowie Eberhard-Schulz von der Eberhard-Schulz-Stiftung.

Inzwischen haben wir unser Leistungsangebot erweitert: zunächst auf die Eingliederungshilfe auch für Kinder und Jugendliche und seit zwei Jahren bieten wir darüber hinaus  auch sozialpädagogische Familienhilfe an.  

Zu unserem ständigen Angebot außer unseren Gruppenaktivitäten gehören auch interne Gruppenreisen, Tagesausflüge und Veranstaltungen zu besonderen thematischen Schwerpunkten.

Da der VMB gute Arbeit leistet und bei den Ämtern eine gute Resonanz erfahren hat, sind wir schnell gewachsen und mussten bald aus der Koburgerstr. in größere Räumlichkeiten umziehen. Seit Mitte 2018 finden Sie uns in der Müllerstr. 153 a, 154, 13353 Berlin-Wedding, Barrierefrei sehr zentral und in unmittelbarer Nähe der U-Bahn (Leopoldplatz).

Bei der Eröffnung unsere Filiale in der Müllerstr. hat unter anderem auch  Bürgermeister von Mitte, Herr Stephan von  Dassel, gesprochen und uns ausdrücklich gedankt dafür, dass wir uns mit einer so wichtigen sozialen Initiative in einem so belasteten Kiez engagieren.

Unsere Mitarbeiter*innen sprechen viele Sprachen und sie haben langjährige Erfahrungen in den verschiedenen Bereichen der ambulanten Eingliederungs- und Erziehungshilfen. Unser Team verfügt über Qualifikationen und Kompetenzen in den Bereichen Sozialarbeit, -pädagogik, Erziehung, Psychologie und Heilpädagogik. Unsere Mitarbeiter*innen werden fortlaufend geschult und weitergebildet, die regelmäßig Teilnahme an Teamsitzung und Supervision ist für uns selbstverständlich. 

Wie es unserem Namen ‘Vielfältiges Menschenbild’ entspricht, ist auch unser Team selber sehr vielfältig. Hinsichtlich Herkunft, Kultur, Sprache, Tradition, Bildung, und Sozialisation sind wir verschieden, bunt und weit gefächert. Das hält uns lebendig, interessiert, engagiert und im Erleben der Differenz erfahren wir untereinander und mit den Klienten Freude und Anregung. Und es fügt sich gut in die Diversität unserer Berliner Stadtgesellschaft.

Ich bedanke mich bei allen unseren Mitarbeiter*innen, den Klient*innen und ihren Angehörigen, den Ämter, Institutionen, Persönlichkeiten und Politiker*innen, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben, sehr herzlich. Gemeinsam sind wir Vielfältig, Anders und gleich!

 Vielen Dank,

Ihr Hüseyin Sahin, einer von Euch/Ihnen

Geschäftsführer Hüseyin Sahin

Hallo und guten Tag ,
mein Name ist Hüseyin Sahin, ich bin der Gründer und Geschäftsführer des sozial engagierten Trägers Vielfältiges Menschenbild gUG (VMB). Ich bin, wie viele andere Menschen, Anfang 1980 wegen der Familienzusammenführung nach Deutschland bzw. Berlin zu meinen Eltern gekommen.
Als Mensch war und bin ich immer noch sozial, deshalb bin ich besonders sensibilisiert für Fragen der Menschlichkeit, der Gleichberechtigung und habe Unterdrückung und Ausgrenzung am eigenen Leibe erfahren. Diese Erfahrungen haben mich unter anderem dazu gebracht, meine Arbeitskraft dafür einzusetzen, Menschen zu helfen, die in Not sind. Ich habe hier meine Ausbildung als Erzieher gemacht und arbeitete seit vielen Jahren als ambulante Fachkraft im Bereich der Jugend-, Familien- und Eingliederungshilfe. Diese Arbeit hat mir einen guten Einblick in unsere gesellschaftlichen Verhältnisse gegeben und mir die Einsicht vermittelt, dass auch in einem so reichen und demokratischen Gemeinwesen wie Deutschland zu viele Menschen in großer psychosozialer Not, in Armut und Ausgrenzung leben müssen. Es gibt viel zu tun, ich habe mich dazu entschlossen, alle die Initiativen zu unterstützen, die unsere Gesellschaft humaner und lebenswerter machen. Diesen Aufgaben fühlen sich das VMB und ich verpflichtet. Und ich freue mich über jeden, der bei solchen Initiativen mitmacht, denn es gibt immer genug zu tun, und genug Menschen die unsere Unterstützung brauchen.
Ich danke Ihnen.

Ihr Hüseyin Sahin

Salims Geschichte (Flüchtlingshilfe)

Ich bin N. Salim, geboren 1976 in Libyen. Ich habe mein Abitur in meiner Heimat absolviert. Danach habe ich eine Ausbildung als Tischler abgeschlossen. Bis zu meiner Schussverletzung im Jahr 2011 arbeitete ich als Tischler. Es begann der sogenannte “Arabische Frühling” auch in Libyen. Mein Bruder und ich fuhren nach der Arbeit nach Hause, unterwegs wurden wir von bewaffneten Terroristen angehalten und aufgefordert aus dem Auto auszusteigen. Daraufhin haben wir Vollgas gegeben und sind weiter gefahren. Die Terroristen schossen von hinten auf uns und ich bin am Rücken getroffen worden.

Seitdem bin ich schwer gelähmt und sitze im Rollstuhl. Wegen meiner Verletzung kam ich das erste Mal 2012 zur Behandlung nach Berlin. Ich blieb bis zu einem Jahr in Berlin. Danach bin ich nach Libyen zurückgekehrt. Ich habe gemerkt, dass die ärztliche Versorgung und die Möglichkeiten hier [in Berlin] besser sind als in meiner Heimat. Deshalb bin ich 2015 wieder nach Berlin gekommen. Während meines Aufenthalts hier in Berlin bin ich mehrmals operiert worden. Ich weiß, dass ich nie wieder wie damals sein werde. Ich habe damals gerne in einer Fußballmannschaft gespielt. Wir bekamen auch Pokale. Für mich hat ein neues Leben angefangen, dieses Leben möchte ich weiter in Berlin aufbauen. Mit einer deutschen Familie habe ich Kontakt, regelmäßig treffe ich mich mit Ihnen. Ich würde gerne wieder hier in Berlin als Tischler arbeiten und mein Geld verdienen. Deshalb versuche ich so schnell wie möglich Deutsch zu lernen. Ich bin kein Fauler Typ. Ich gebe mir Mühe selbstständiger zu werden. Ich erledige viele Sachen alleine und selbstständig wie z.B.  einkaufen, kochen, waschen. Hiermit möchte ich meinen Dank an den Träger Vielfältiges Menschenbild und das Sozialamt bzw. dem Sozial-psychiatrischer Dienst für die Eingliederungshilfe aussprechen, dass sie mich durch viele gesellschaftliche, soziale kulturelle Aktivitäten mit ihrem Angebot unterstützen. Danke Berlin.

Osmans Geschichte (Eingliederungshilfe)

Ich wurde am 30.09.1985 in Berlin geboren. Meine beiden Eltern lebten damals gemeinsam bis 1987 in Berlin, meine Mutter ist dann mit mir 1987, als ich zwei Jahre alt war, in die Türkei zurückgekehrt. Das war der Wunsch meines Vaters. Sie dachten, dass ich dort mehr mit meiner Kultur konfrontiert bin und bessere Bildungschancen bekommen würde. Mit sieben Jahren wurde ich in der Türkei eingeschult. Als ich in der ersten Klasse in der Schulpause spielte, stieß ich hart mit einem Mädchen am Kopf zusammen, es blutete auf meiner linken Augenbraue. Meine Mutter hielt es damals für eine kleine Verletzung. Die Augenbraue wurde genäht und wir gingen wieder nach Hause. Ich hatte nach der Verletzung sehr starke Schmerzen im Kopf. Meine Mutter hat mich nach Ankara zur weiteren Untersuchung gebracht. Ich habe danach einen Shunt am Kopf getragen.Die Schule in der Türkei besuchte ich bis zur 8. Klasse. 1996 bin ich dann wieder mit meiner Mutter nach Berlin zu meinem Vater gezogen. Im gleichen Jahr im Juni wurde ich in Berlin operiert. In Berlin bin ich noch einmal in die 8. Klasse gegangen. Ich habe die Hauptschule mit Empfehlung für die Realschule abgeschlossen. Nach der Realschule besuchte ich die Fischerschule für Bürowirtschaft, bis ich an der Bushaltestelle auf den Boden hingefallen bin. Im Krankenhaus St. Gertrauden, das war 2006, wurde ein Tumor in meinem Kopf festgestellt.

Nach der OP und der Entfernung des Tumors konnte ich nicht mehr laufen, somit war mit meinem Laufen, Springen, Schwimmen, Spielen Feierabend. Seitdem bin ich auf den Rollator und Rollstuhl angewiesen. Mit meinem linken Auge kann ich nicht mehr gut und gerade sehen. Zuhause bekomme ich Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie und Eingliederungshilfe durch den Träger Vielfältiges Menschenbild (VMB). Ich bin mit der Betreuung bzw. der Eingliederungshilfe des Trägers sehr zufrieden. Somit habe ich wieder Lust am Leben gefunden und kann am gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben teilnehmen. Meine Eltern sind auch nicht mehr die Jüngsten.
Danke Vielfältiges Menschenbild, weiter so! Denn wir brauchen es…